Mittwoch, 24. September 2014

Destaster

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

falls ihr euch gewundert habe, weshalb kein neuer Post kam bezueglich meiner neuen Einsatzstelle: mein frisch zurueckgesetztes Laptop hat mich endgueltig verlassen. Wahrscheinlich ist die Grafikkarte kaputt. Schluchz. Ich hatte extra viele Bilder gemacht, die ich euch nun nicht zeigen kann. Mein Mitbewohner laesst mich vielleicht mal an sein Macbook, dann kommen Bilder.
Ich sitze gerade in meiner Einsatzstelle - ich habe nun 2, nachdem das Alzheimerzentrum weggefallen ist. Nun arbeite ich in einer Einrichtung fuer psychisch kranke Menschen und im After School House als "Lehrerin". Ich freue mich wirklich, war ein bisschen neidisch auf unseren neuen, der ebenfalls hier arbeitet. Die Leute sind so lieb, und ich mag es sehr, mit ihnen zusammen zu arbeiten. Auch wenn wir noch nicht viel machen. In 2 Wochen arbeite ich dann das erste Mal im After School House, vielleicht unterrrichte ich dann Kunst oder Sport...
Die Tastatur sieht hier anders aus (verstaendlich), und mir fehlen ae s und ue s und oe s sowie einige andere Zeichen.
Ich finde mich schon ganz gut hier zurecht und habe schon Bekanntschaft geschlossen mit meinen Arbeitskollegen, vielleicht gehen wir am Wochenende zusammen weg... things are happening - es hat sich eine Moeglichkeit ergeben, die ich echt interessant finde, aber ich kann und will noch nichts dazu sagen. :)
Die Arbeit mit den psychisch kranken Menschen macht mir so sehr Spass. Ich verstehe ein bisschen griechisch und antworte meistens mit vai (also ja, gesprochen wie nae) oder then katalabaino (ich verstehe es nicht) oder then xero (ich weiss es nicht)... und keine Ahnung, wie man mit dieser griechischen Tastatur auf griechisch umstellt, so dass ich mit den griechischen Buchstaben schreiben kann. Die Menschen sind teils zurueckhaltend, aber trotzdem interessiert und dann gibt es noch ein paar herausstechende, die ich zum Knuddeln finde, hihi. Auch wenn wir nicht viel machen, bereiten mir die Menschen jeden Tag grosse Freude und Spass ("Hast du Liebeskummer/Herzschmerz?" {Bewohnerin erzaehlte von der Pertson die sie liebt und die Pflegerin fragte dies} - "Nein, aber meine Zaehne tun weh" {Bewohnerin}).
Ich muss taeglich um 8 aufstehen, was mir noch schwer faellt, aber mit jedem Tag wird es leichter. Um es mit den Worten meiner Kollegen zu sagen, wir Griechen essen nichts waehrend der Arbeit, aber dafuer trinken wir Kaffee! Und das stimmt - wir bestellen so 3 Mal waehrend ich meine 8 Stunden da bin Kaffee. Zudem rauchen fast alle und man entgeht den Rauchschwaden nicht... wenn ich als Raucherin nach Hause kommen sollte, wuerde es mich nicht wundern, denn man ist keine 5 Minuten in einem Zimmer, ohne dass sich jemand eine Zigarette anzuendet. Ich schmiere mir jeden Morgen brav meine Butterbrote oder koche abends fuer das Abendessen und den naechsten Tag gleich mit. Hier ist uebrigens nichts mit glutenfrei, ich habe im grossen Supermarkt bisher nur glutenfreien Kaese oder Wurst gesehen. 
Ich vermisse meine Familie nicht so sehr, trotzdem denke ich jeden Tag an sie, durch Whatsapp steht man staendig in Kontakt und das ist fuer mich in Ordnung. Manche von uns Freiwilligen haben Heimweh, und das richtig. Ich bin froh, dass ich so gut damit klar komme. Trotzdem vermisse ich natuerlich meinen Exfreund, und meine Kumpel, mit denen ich in letzter Zeit vieles unternommen habe - gerade jetzt, wo einer von ihnen und ich "Liebeskummer" haben, und wir uns nicht gegenseitig aufmuntern koennen fehlt das total. Einfach in die Stadt zu fahren, und sich den Frust von der Seele zu reden. Klar rede ich mit den anderen darueber, aber es fuehlt sich nicht befreiend an. In solchen Momenten wuensche ich mich nach Hause fuer kurze Zeit. 
Trotzdem bin ich sehr froh, hier zu sein und ich will es nicht missen - ich liebe das Stadt- und WGleben!!! Es ist echt grossartig, und putzen und Waesche waschen ist ueberhaupt kein Problem. Ich komme mir jetzt viel erwachsener vor, weil ich die Verantwortung fuer alles trage und fuer mein Wohlergehen sorge und arbeite. Perfekt. Ich mag es wirklich sehr. Ich geniesse jeden Abend auf unserem Balkon mit Essen, Musik und Mitbewohnern. Zugegeben, ich sollte vielleicht nicht jeden Abend um 12 ins Bett, aber ich arbeite daran, etwas frueher schlafen zu gehen.
Ein bisschen sorge ich mich ueber mein Essensbudget. Ich habe pro Woche 25 Euro und da ich Nutella gekauft habe, bin ich jetzt schon ueber dem Budget! Naja, also ich koennte mehr ausgeben, will ich aber nicht, da wir genau 100 Euro Essensgeld bekommen im Monat, plus Essen in den Einrichtungen, was hier gerade nicht vorhanden ist, weshalb ich auch selbst mehr Kosten fuer Essen habe. Das muss ich noch ansprechen.
Ich frage mich abends immer, was wohl gerade mein Exfreund macht, oder wie es meinen Omas und Opas geht, wie die Schule laeuft bei meinen Geschwistern, etc. Eigentlich will ich nicht so viel drueber nachdenken, weil es mir hier gut geht und ich zufrieden bin, aber mein Kopf denkt zu viel nach... [ueber ihn]. Wieso, weshalb, warum, bin ich Schuld, was habe ich falsch gemacht.
Ich muss jetzt gehen, bis bald.
  

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